ADHS- Was Eltern konkret tun können, um das Nervensystem zu unterstützen
- frauengesundheitim
- vor 3 Tagen
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Was Eltern konkret tun können, um das Nervensystem zu unterstützen
Wenn ein Kind schnell reagiert, impulsiv ist oder Mühe hat, zur Ruhe zu kommen, dann geht es aus meiner Sicht nicht zuerst um Korrektur, sondern um Regulation. Ein überreiztes Nervensystem braucht nicht mehr Druck, sondern mehr Sicherheit.
Regulation vor Verhalten
Nie zuerst am Verhalten arbeiten.
Erst einmal sollte geschaut werden, wie reguliert das Nervensystem überhaupt sein kann.
Ein Kind kann sich nur so gut regulieren, wie sein Nervensystem es zulässt.
Das bedeutet im Alltag:
• weniger Reize gleichzeitig
• klare, vorhersehbare Abläufe
• langsame Übergänge
• Pausen zwischen Aktivität und Anforderung
Je sicherer und vorhersehbarer die Umgebung, desto weniger muss das Nervensystem in Alarm gehen.
Körperliche Sicherheit aufbauen
Gerade Kinder mit einem intensiven Start ins Leben profitieren enorm von körperlicher Rückversicherung. Das kann ganz einfach sein:
• tiefer Druck durch Umarmungen, Decken oder Kissen
• rhythmische Bewegungen wie Schaukeln oder Gehen
• ruhige, gleichmäßige Berührung
Der Körper lernt dadurch, dass Druck heute sicher ist und nicht überwältigend.
Mikronährstoffe überprüfen lassen
Ich empfehle immer, auch die biochemische Ebene ernst zu nehmen.
Ein Nervensystem kann sich nur regulieren, wenn ihm die nötigen Bausteine zur Verfügung stehen.
Dazu gehören insbesondere:
• Omega 3 Fettsäuren
• Vitamin B12
• Eisen und Ferritin
• Vitamin B6
• Vitamin D
Ein Mangel kann Symptome verstärken oder Regulation deutlich erschweren. Deshalb gehört für mich eine fundierte Abklärung immer dazu, gerade bei ADHS ähnlichen Mustern.
Beziehung als Regulation
Kinder regulieren sich nicht allein.
Sie regulieren sich in Beziehung.
Ein ruhiger Erwachsener, der präsent bleibt, der nicht eskaliert, der nicht beschämt, ist oft der stärkste Regulator überhaupt. Das bedeutet nicht, immer alles auszuhalten. Aber es bedeutet, Verbindung vor Kontrolle zu stellen.
Den Blick weiten
ADHS ist kein Defekt.
Es ist oft ein Zeichen für ein Nervensystem, das früh viel leisten musste.
Wenn wir das verstehen, verändert sich der Umgang.
Von Kampf zu Begleitung.
Von Bewertung zu Verständnis.
Wie ich in meiner Praxis arbeite
In meiner Praxis schaue ich immer ganzheitlich.
Ich arbeite nicht symptomorientiert, sondern systemisch.
Das bedeutet, ich verbinde:
• den Blick auf die Geburt und frühe Prägungen
• die Regulation des Nervensystems
• die biochemische Versorgung
• die aktuelle Lebenssituation des Kindes
• die Beziehung zwischen Kind und Bezugsperson
Ich frage nicht nur:
Was zeigt das Kind
Sondern auch:
Was hat dieses Nervensystem gelernt
Was fehlt ihm heute
Was würde Sicherheit bedeuten
ADHS ist für mich keine isolierte Diagnose, sondern ein Hinweis darauf, dass ein System Unterstützung braucht. Und genau dort setze ich an.
Mein Ansatz
• traumasensibel
• nervensystemorientiert
• bindungsbasiert
• ohne Schuldzuweisung
• mit wissenschaftlicher Fundierung
Mir ist wichtig, dass Eltern verstehen, was ihr Kind zeigt und warum. Denn Verständnis schafft Entlastung. Und Entlastung ist oft der erste Schritt zur Veränderung.
Zum Schluss
Der Start ins Leben prägt.
Aber er legt nicht fest, wie das ganze Leben aussieht.
Ein Nervensystem kann lernen.
Ein Körper kann Sicherheit nachholen.
Ein Kind kann sich entwickeln, wenn wir es ganz sehen.





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